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MUSBERG

EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE

Ev. Kirchengemeinde Musberg

Geschichte

Musberg, heute ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Leinfelden-Echterdingen, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

1229 wird Musberg erstmals urkundlich erwähnt. 1531 scheitert zunächst die Einführung der Reformation in Württemberg, 1534 wird in Möhringen ein aus Esslingen stammender Theologe als Prediger eingesetzt, der auch einen Predigtauftrag in Musberg erhält. Zehn Jahre später wird Musberg der Pfarrei in Vaihingen zugeordnet. In diesen Jahren machten sich die Musberger für eine Kirche im Ort stark. So wurde eine Unmenge an Bittschriften an den Landesherrn und an die Kirchenleitung abgesandt, um endlich eine eigene Kirche und Pfarrstelle zu erhalten. Doch in den Jahren nach Einführung der Reformation hatte die kirchliche und damit auch weltliche Obrigkeit genug damit zu tun, eine neue Landes – und Kirchenstruktur aufzubauen, so dass derartige Gesuche nicht nur der Musberger zunächst erfolglos waren. Der Reformator Johannes Brenz spricht sich endlich 557 in einem Gutachten für Herzog Christoph für die Gründung einer eigenen Pfarrei Musberg aus. Nachdem sich ein Jahr später Gericht, Schultheiß und Gemeinde mit dem gleichen Anliegen an den Landesherrn wandten, erhielt Musberg 1562 eigene Kirche. Die bereits bestehende Wendelinskappel wurde zur Dreifaltigkeitskirche umgebaut. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche durch Erweiterung und den Wiederaufbau nach 30-jährigen Krieg im Jahr 1682. Musberg wird 1563 eigene Pfarrei. Magister Christoph Raff ist der erste selbstständige Pfarrer in Musberg. Bis dahin war es immer Filialgemeinde, mal von Möhringen, mal von Vaihingen. Zur Pfarrei Musberg gehörten auch Leinfelden, Ober- und Unteraichen (bis 1957), Oberaichen (bis 1964), die Mühlen im Reichenbachtal sowie Rohr (bis 1848). Musberg ist die erste evangelische Pfarrei, die nach der Reformation in Württemberg gegründet wird. Daher hat Musberg auch für unsere Landeskirche eine geschichtliche Bedeutung.

1564 wurde das in der Folge erweiterte und umgebaute Pfarrhaus errichtet. Heute bildet die Kirche zusammen mit dem Pfarrhaus und der alten Pfarrscheuer (das Säle) das prägende Zentrum von Musberg. Es steht in Musberg buchstäblich die Kirche im Ort.

1589 ergibt eine Zählung, dass die Gemeinde aus 222 Erwachsenen und 156 Kindern besteht. Deswegen wurde die Kirche 1593/96 erweitert bzw. umgebaut. Das Wachsen und Gedeihen erfuhr im 17. Jahrhundert durch den 30-jährigen Krieg und die Pest von 1635 einen empfindlichen Rückschlag. Allein der Pest fielen 75 % der Bevölkerung zum Opfer. Zu den Toten zählt auch der Pfarrer, Ludwig Schwab, dessen Nachfolger Felix Ruthard Frau und 4 Kinder verliert. 1682 wurde die neue Kirche eingeweiht. Davon zeugt heute noch eine alte Zinntafel, die im Stadtmuseum ausgestellt ist.

Die bürgerliche Gemeinde hatte in den kommenden Jahrhunderten wirtschaftlich schwer zu kämpfen. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wanderte der erste Musberger nach Amerika aus. 1853 war die Gemeinde zahlungsunfähig. Diese Situation führte zu einer Auswanderungswelle. Von den Gründerjahren, in der Folge des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71, jedoch profitiert auch Musberg, dessen Männer im Bauboom der nahen Hauptstadt Stuttgart Arbeit fanden. 1894 wird der Kirchverband mit Leinfelden und Unteraichen aufgelöst. Zur Jahrhundertwende lebten in Musberg rund 800 Menschen. Die Volkszählung von 1905 ergab, dass von 847 Musbergern 840 evangelisch waren. Der Erste Weltkrieg 1914-18 hinterließ auch in Musberg seine blutigen Spuren. Es fielen 40 Männer, drei weitere gelten als vermisst. 1919 wurde die Krankenpflegestation durch Pfarrer Schlipf eingerichtet, drei Jahre später wurde die Kirche renoviert. Der Zweite Weltkrieg forderte auch von Musberg Opfer. 1942, beim ersten Bombenangriff auf den Ort, werden 150 Menschen obdachlos, ein Mensch wird getötet. Beim zweiten Bombenangriff 1944 werden 80 % des Ortes zerstört, 800 Menschen obdachlos. Es grenzte schon an ein Wunder, dass nur zwei Menschen getötet wurden.

Nach dem Ende des Krieges gehörte Musberg zur französischen Besatzungszone. 247 Heimatvertriebene wurden im Ort aufgenommen.

1950/51 wurden die Kirche renoviert und drei neue Glocken (als Ersatz für die im Krieg requirierten) eingeweiht. 1965 scheidet Oberaichen aus dem seit nahezu 400 Jahren bestehenden Pfarrverband mit Musberg aus. 1973 wird im Zuge der Kreisreform Musberg dem Landkreis Esslingen zugeschlagen und im Jahr 1975 mit Leinfelden, Echterdingen, Oberaichen, Unteraichen und Stetten zur neuen Großen Kreisstadt Leinfelden-Echterdingen zusammengefasst.

In den letzten Jahrzehnten hat sich Musberg von einem sehr armen und kümmerlichen Ort am Rande des Schönbuchs zu einem begehrten Wohnplatz vor den Toren Stuttgarts gewandelt. Mit seiner Lage am Schönbuchrand und dem Siebenmühlental, in der Nähe zur Großstadt, mit einer gesunden Infrastruktur von Schulen, Gewerbetreibenden, Vereinen und vielen Freizeitmöglichkeiten ist Musberg die Perle auf der schönsten Seite der Fildern.

Heute leben in Musberg ungefähr 2300 evangelische Menschen. Seit 2006 wird die Gemeinde von Herrn Pfarrer Rainer Müller betreut. Unterstützt wird er von einem engagierten Kirchengemeinderat, der sein Amt zum neuen Kirchenjahr am 1. Advent 2007 antrat.

Der Chorraum

Im Chorraum der Kirche ist das älteste Geschichtsdenkmal zur Musberger Kirchen- und Ortsgeschichte zu finden. Es handelt sich um den Schlußstein des Rippengewölbes. Drei ineinander verschlungene Fische, zwei Hirschstangen und die Buchstaben LDW sind auf dem Stein angeordnet. Die Buchstaben LDW stehen für Ludovicus Dux Wirtembergiae und also Ludwig Herzog von Württemberg. Der Stein ist somit auf das Jahr 1569/70 datierbar. Die Abbildungen auf dem Stein lassen deutlich eine gewisse Anlehnung an das Wappen des württembergischen Landesherrn erkennen (drei Hirschstangen und die zwei Mömpelgarder Fische). Andererseits geschieht wohl mit Absicht eine Neuzusammensetzung der Symbole. Diese Umgestaltung des Württemberger Wappens zeugt sowohl von Anerkennung als auch von kritischer Distanz zur weltlichen Obrigkeit. Der Schlussstein ist eher ein Glaubensbekenntnis als ein Treuebekenntnis zum Landesherren. Drei Fische, zumal ineinander verschlungene, sind seit der frühesten Christenheit das Zeichen für die Dreieinigkeit: Gott in seiner Einheit und Vielheit als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Fisch ist neben dem Kreuz wohl das bekannteste Symbol für Jesus Christus und Erkennungszeichen schon für die Christen im alten Rom.

Die Fische – unser Logo

Es lag nahe, das urchristliche Erkennungszeichen des Fisches in seiner für Musberg prägenden und einzigartigen Gestalt als “Logo”, d.h. als Erkennungszeichen für unsere Gemeinde in ihrer bunten Vielfalt auszuwählen.

Die Glocken

Kirchengeläut erweckt in vielen Menschen heimatliche Gefühle, andere jedoch ärgern sich darüber. Damit auch Sie zu denen gehören, die sich mit den Glocken ihrer Kirche auskennen, wollen wir diese hiervorstellen.

Wir besitzen 3 Glocken, die auf die Töne e´, h´ und cis´ gestimmt sind. Wenn sie alle gemeinsam erklingen laden sie entweder zu einem Gottesdienst ein, oder sie läuten einen Festtag ein, oder aber wird ein verstorbenes Gemeindeglied zu Grabe getragen.

Morgens um 7.00 Uhr läutet die “Betglocke”. Sie ist die größte unter den dreien. Ihr sind die Worte eingegossen: “Ehre sei Gott in der Höhe”. Ihr Symbol ist die Dreieinigkeit.

Die mittlere Glocke ist die “Auferstehungsglocke”. Sie trägt die Aufschrift: “Ich bin die Auferstehung und das Leben”. Ihr Symbol ist Christus, das Licht der Welt. Sie läutet um 12.00 Uhr. Um 15.00 Uhr erinnert ihr Ruf an die Todesstunde Jesu. Die Auferstehungsglocke wird auch zusammen mit der Betglocke am Abend geläutet, wenn jemand aus der Gemeinde gestorben ist.

Die dritte und kleinste Glocke ist die “Taufglocke”. Wenn sie während der Taufhandlung geläutet wird, sprechen zu uns die auf ihr eingeschriebenen Worte: “Lasset die Kindlein zu mir kommen”. Sie ruft auch zusammen mit der Betglocke zum Schülergottesdienst, der dienstags um 8.00 Uhr beginnt.

Kirchturm und Glockenstuhl können nach Terminabsprache mit dem Pfarramt gerne besichtigt werden.


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